Der Franzis-Fledermausbausatz ist günstig und erkannt die Fledermäuse bei mir zuhause zuverlässig. Allerdings ist der Selbstbauanteil sehr gering – nur zusammenstecken (was auch ein Vorteil ist). Bei der Vorgängerversion musste man immerhin noch etwas löten.

Ich fragte mich, ob man mit noch weniger Aufwand und ohne Spezialteile zum Ziel kommt. Die Mischerbausteine sind heute nur noch schwer zubekommen: der SE612 wurde abgekündigt und die Restbestände sofort durch chinesische Händer weltweit aufgekauft. Man darf jetzt mehr zahlen und weiss nicht, ob es eine Fälschung ist. Er ist sonst nur noch bei spezialisierten Händlern in kleinen Stückzahlen zu bekommen. Der Spezialbaustein CD2003 im Franzis Bausatz ist auch nur noch schwer zu bekommen (ich kenne genau 1 Lieferanten).
Der uralte NE555 zum Beispiel ist ja ein Oszillator, aber wie mischt man mit ihm 2 Frequenzen? Bei der Suche bin ich bei B. Kainka, dem Autor des Franzis-Bausatzes auf eine Variante der bewährten Mischerschaltung gestossen, die eben den NE555 statt des CD2003 einsetzt (Link 1):

Für die Mischung wird einfach ein Transistor eingesetzt: die 40kHz vom Mikrofon wird auf den Kollektor gegeben und mit einem 39kHz Referenzsignal vom NE555 an der Basis „multipliziert“ – ein Schaltmischer, der nur einschaltet und ausschaltet reicht für den Fledermausdetektor. Es muss ja nur ein „Knattern“ erkannt werden. So einfach! Und der Schalttransistor ist im NE555 drin.

Andere haben diese Idee auch aufgegriffen, z.B. ist der Batfinder mini von AaTis so konzipiert (Link 3).
Den Aufbau nach (2) machte ich schnell auf einem Steckbrett, wobei ich fertige Module für die Bauteile (ELV, Link 4) einsetzte. Neben den üblichen (C,R, Transistoren) gibt es u.a. steckbare Verstärkermodule. Hier ein Mikrofonverstärker, wo links nur noch ein Mikrofonmodul eingesteckt werden muss:

Als Mikrofon kann man ein Elektret-Mikrofon nehmen oder ein MEMS. Diese haben einen Frequenzbereich bis 100kHz. ELV u.a. bieten kleine Boards mit vormontiertem Mikrofon an. Die beiden Typen sind austauschbar. Das MEMS veträgt nur 3.6V, die man mit 22kOhm Vorwiderstand erreicht.
So sieht der fertige und funktionsfähige Fledermausdetektor dann aus: links oben das MEMF Mikrofon mit 2 Transistorverstärkerstufen rechts daneben. Links unten der NE555-Oszillator; der Schaltmischer-Transistor ist im NE555 schon intern drin… Rechts unten nach einem Tiefpassfilter für die NF der bekannte LM386-Verstärker mit Lautsprecher.

Links
- Fledermausdetektor mit NE555 Idee bei B. Kainka: https://www.elektronik-labor.de/elexs/ultrason2.htm
- Vereinfachter Bausatz: https://www.elektronik-labor.de/Lernpakete/FledermausCheck.html
- https://aatis.de/content/baus%C3%A4tze/tipps/AS506_Ultraschalldetektor_BatFinder_mini
- Prototypenadapter für Steckbrett https://ch.elv.com/p/elv-bausatz-prototypenadapter-fuer-steckboards-pad7-audio-P156575/?itemId=156575